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« In fünf bis acht Jahren wird fast alles in einer Cloud von Amazon, Google oder Microsoft betrieben »

Uhr | Aktualisiert
von Interview: Marc Landis

ti&m unterstützt Banken bei der digitalen Transformation. Künstliche Intelligenz, Blockchain und die Cloud sind die Schlüsseltechnologien dafür. Im Interview erklärt ti&m-CEO Thomas Wüst, wozu sie den Banken dienen können.

Thomas Wüst, CEO, ti&m
Thomas Wüst, CEO, ti&m

Was müssen Banken in der Schweiz tun, um die digitale Transformation (oder Disruption?) zu überstehen?
Thomas Wüst: Wir gehen nicht von einer Disruption, sondern von einer digitalen Transformation des Bankings aus. Das bedeutet, dass sich für agile Institute definitiv mehr Chancen als Risiken eröffnen. Banken, die basierend auf einer klaren Strategie genügend schnell, agil und kundenfokussiert moderne Services anbieten und dabei die End-to-End-Integration konsequent vorantreiben, werden gestärkt aus der Digitalisierung hervorgehen. Wir raten Banken, sich entlang der Kundenwünsche und möglicher Effizienzgewinne zu digitalisieren. Sie sollten die Digitalisierung nicht als Konkurrenz zur Direktberatung, sondern als Ergänzung integrieren.

Wie unterstützt ti&m Banken auf ihrem Weg ins digitale Zeitalter?
ti&m deckt lokal in der Schweiz die gesamte Wertschöpfungskette von Anfang bis Ende ab: Dies führt zu mehr Speed, Innovationskraft und Erfolg. Dabei unterstützt ti&m Banken bei der Transformation mit modernsten, omnikanalfähigen, modularen und vollständig offenen Digitalisierungsprodukten. Unser Portfolio reicht vom transaktionalen E- und M-Banking über Anlegen, Beraten und Kommunizieren, dem digitalen Onboarding, modernster Authentisierungslösungen bis hin zu innovativen Kommunikationsmodulen. Darüber hinaus realisieren wir zahlreiche Innovations- und Portalprojekte, und das auf allen relevanten Back-End-Plattformen, on-premise, aber natürlich auch in der ti&m-Banking-Cloud. So wird von uns Mitte Juni das modernste und innovativste E-Banking-Produkt der Schweiz live gehen. 

In welchen Bereichen können Banken von künstlicher Intelligenz profitieren?
KI eignet sich ausgezeichnet für nicht-triviale Entscheidungs- und Matching-Themen sowie natürlich zur Auswertung grosser Datenmengen. Wir setzen KI bei zahlreichen Banking-Produkten ein. Etwa beim Voice Banking oder unserem KI-gesteuerten digitalen Onboarding. Darüber hinaus realisieren wir Individuallösungen bei den Themen Anlegen, Next Best Action und Fraud Detection. 

 ti&m deckt lokal 
in der Schweiz die gesamte Wertschöpfungskette von Anfang bis Ende ab.

Thomas Wüst, CEO, ti&m

Warum sollten Banken den Einsatz von Blockchain-Technologie in Betracht ziehen?
Blockchain birgt enormes Potenzial für Financial Services. Jedoch tendiert Blockchain dazu, gesamte Ökosysteme vorauszusetzen, was die erfolgreiche Entwicklung teilweise hemmt. Wir messen allerdings den Themen End-to-End-Integration, neuen E- und M-Banking-Lösungen sowie Cloud- und KI-Ansätzen in den nächsten zwei bis drei Jahren mehr Potenzial für Banken zu. Blockchain ist überall dort interessant, wo Mittlerprozesse Geschäfte mehrerer Parteien absichern. Dies ist bei allen Arten von Hauptbüchern, aber auch bei digitalen Identitätslösungen der Fall. 

Warum zögern Schweizer Banken immer noch vor dem Schritt in die Cloud?
Aktuell herrscht in Bezug auf die Public Cloud meiner Meinung nach noch Regulierungsbedarf im Themenbereich der Kundendaten. Das wird sich in den kommenden Monaten ändern. Wir gehen davon aus, dass ausser den stark reglementierten und hoch individualisierten Prozessen und Lösungen fast alles innerhalb der nächsten fünf bis acht Jahre in einer Cloud von Amazon, Google oder Microsoft betrieben werden wird. Die Zurückhaltung betrifft aktuell vor allem diese drei grossen Anbieter, deren Lösungen wir beraten und betreuen. Wir bieten aber auch eine private Cloud aus der Schweiz an, sind vor allem in der Schweiz domiliziert und zu 100 Prozent im Schweizer Besitz. 

Welches Potenzial geht den Banken durch die Zurückhaltung bei der Cloud verloren?
Die Vorteile cloudbasierter Services, ob nun bei Infrastruktur-, Plattform- oder Service-Cloud-Lösungen, sind bestechend. So werden Investitionskosten zu Betriebskosten, was entscheidend für die Agilität der Unternehmen sein wird. Die Cloud ermöglicht somit mehr Flexibilität und gleichzeitig mehr Agilität. Zudem kümmern sich spezialisierte, hochskalierbare Cloud-Anbieter um den Maschinenraum des Bankings und werden mit der Zeit sowohl bezüglich Stückkosten als auch Sicherheit für Einzelinstitute unerreichbare Optimierungen erzielen.

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Über ti&m

ti&m steht für Technology, Innovation & Management. Das Unternehmen sieht sich als Marktführer für Digitalisierungs- und Security-Produkte sowie Innovationsprojekte in der Schweiz und in den Finanzzentren der EU. ti&m integriert für Kunden die IT-Wertschöpfungskette vertikal. In drei Niederlassungen in Zürich, Bern und Frankfurt am Main beschäftigt das Unternehmen aktuell über 340 Ingenieure, Designer und Berater. ti&m steht für Mut, Ideenreichtum, Agilität und unternehmerisches Flair, gepaart mit Nachhaltigkeit und Swissness. (Quelle: ti&m)

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